- Das etwas andere Tagebuch von Rolf Miehle - http://miehle-online.net -
Über mich…
Dieser Eintrag stammt von Rolf Am 17.1.2008 @ 15:24 In Ohne | Kommentarfunktion deaktiviert
Hallo lieber Besucher!
Da nun auch Gäste hier sind, die mich nicht kennen, möchte ich mich kurz vorstellen:
Mein Name ist Rolf Miehle, geboren wurde ich am 18. Januar 1965.
Verheiratet bin ich glücklich in zweiter Ehe. Sanja ist das Beste, was mir je passieren konnte. Insbesonderen die letzte Monate und Jahre hätte ich ohne sie nicht so gut überstehen können!
Ich bin Vater von mittlerweile sechs (!) Kindern im Alter von 8 -20 Jahren. Drei sind meine leiblichen und drei habe ich adoptiert, aber lieb hab ich sie alle!
Gelernt habe ich 1987 einmal Krankenpflege und habe dann im Krankenhaus, in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen gearbeitet. Die letzten Jahre habe ich als Pflegemanager gearbeitet.
Als ich September 2006 die Diagnose Zungengrundkarzinom bekam, war ich natürlich erstmal gewaltig geschockt. Als man mir sagte es sei T4 und inoperabel, zog es mir die Beine weg… Zum Glück waren ansonsten im Körper keine Metastasen zu finden.
Ich wurde dann von Anfang November bis kurz vor Weihnachten “nur” bestrahlt und erhielt in Kombination eine “leichte” Chemo mit 5FU und Cisplatin. Die Bestrahlung (92gy) und deren Folgen waren die Hölle! Mein Hals war innen und außen verbrannt. Ich konnte ein paar Monate nicht sprechen und hab mich ein dreiviertel Jahr über eine PEG ernährt. Durch den massiven und zähen Schleim musste ich immer wieder erbrechen, so dass ich in kürzester Zeit insgesamt 25 Kilo Gewicht verlor. Im Bestrahlungsbereich sind mir die Haare ausgefallen und mein Bart wächst noch heute sehr unregelmäßig. Jetzt wurden mir aufgrund von “Strahlenkaries” alle Zähne gezogen!
Die Ärzte hatten nicht viel Hoffnung und sagten meiner Frau, wir sollten schon mal die wichtigsten Sachen regeln…
Am Ende der Bestrahlung waren der Tumor (ursprünglich ca. 4 cm im Durchmesser) schon sehr geschrumpft und ebenso die Lymphknoten. Der größte hatte die Größe eines Hühnereies.
Bereits im Februar sprachen die Ärzte von kompletter Remission! Ich bin dem Teufel nochmal von der Schippe gesprungen!
Jetzt wurde Ende Oktober in der Lunge ein kleiner Rundherd gefunden! Nachdem Kontroll-CT, dass nun im Januar stattfand, halten die Ärzte es für sehr wahrscheinlich, dass dies keine Metastase des Zungengrund-CA ist, sondern ein eigenständiger Tumor! Im Halsbereich ist weiterhin nix zu finden, und der Tumor wächst recht schnell… Knapp einen halben Zentimeter in zwei Monaten und dazu Lymphknotenbefall.
Diese ganze Situation hat mich und unsere Famile natürlich ganz schön mitgenommen. Die Anteilnahme und das Interesse von Freunden und Familie war groß, auch wenn einige auch überhaupt nicht damit umgehen konnten.
Es war manchmal ziemlich anstrengend dem großen Interesse nachzukommen. Deshalb hatte ich mich entschlossen ein Online-Tagebuch zu führen, so dass alle nachlesen konnten, wie es uns erging und was so passierte. Wir hatten auch versucht solche Erfahrungsberichte im Internet zu finden, nur sind die leider sehr rar gesät!
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