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Jetzt kann ich Dir wieder in den H… beißen!

Ab heute hab ich wieder Zähne! Endlich hab ich mein Gebiss bekommen!

Angefertigt wurde es schon vor der OP. Das Abdruck-nehmen von meinem Kiefer war auf den alten, kaputten Zähnen ganz schön schmerzhaft, aber die Praxis hat sich wirklich alle Mühe gegeben es mir möglichst “angenehm” zu gestalten. (Danke Dr. Menke!)

Duch die Op-Wunden (Es wurden immerhin 22 Zähne gezogen!) konnten die “Dritten” nicht vorher eingesetzt werden. Zum einen war es zu schmerzhaft, zum anderen hätte es die Wundheilung gestört. Nun hab ich nach drei Wochen Felgen kauen… ;-) endlich wieder Zähne. Ich kann wieder Lächeln! Es ist doch ganz schön peinlich wie ein alter Opa, der sein Gebiß zu Hause vergessen hat, durch einen Laden zu gehen und mit einer Verkäuferin zu “sprechen”. Schwierig ohne Zähne zu sprechen sind Worte mit “s”, “sch”, “f” und “v”.

Der Kiefer oder vielmehr die Mundschleimhaut ist durch Op ganz schön geschrumpft und das Gebiß musste dann auch gleich unterfüttert werden. Aber jetzt sieht es auch ganz gut aus, und ich kann nach ein paar Tagen Übung fast normal sprechen. In den ersten Stunden fühlte es sich an, als hätte ich einen riesigen Fremdkörper im Mund und ich musste dauernd würgen… Nicht gerade toll… Aber: Man gewöhnt sich ja an fast alles!

Essen war die ersten Male sehr schwierig. Ich bin mit dem Löffel immer an den Zähnen hängen geblieben. Die Lippen und Wangen müssen sich erstmal wieder dehnen. So konnte ich mit den Lippen am ersten Tag kaum das Essen vom Löffel streifen, ich hatte das Gefühl meine Lippen seien zu kurz! Vom Dehnen hatte ich richtig Muskelkater. Ebenso vom stärkeren, weiteren Mundöffnen.

Das Kauen muss ich jetzt erst langsam wieder lernen. Immerhin hab ich das seit fast anderthalb Jahren fast gar nicht mehr gemacht! Nur kurz im letzten Sommer hatte ich ein paar Wochen, als die Schmerzen im Hals weniger wurden und die der Zähne noch nicht zugenommen hatten…

Aber auch das wird wieder kommen! Übung macht den Meister!

Und wieder ins Krankenhaus…

Von heute an geht es wieder für eine Woche ins Krankenhaus. Doch diesmal sind es die Zähne!

Durch die Bestrahlung wurden nicht nur die Speicheldrüsen geschädigt. Sie produzieren nur noch gefühlte zehn Prozent! Das macht nicht nur das Essen schwer. Du glaubst gar nicht für welche Speisen man alles Speichel braucht! Brot oder Kuchen geht zum Beispiel überhaupt nicht! Durch den geringen Speichelfluss ist auch die Selbstreinigung der Zähne gestört. Kleinste Speisereste und Bakterienkolonien bleiben einfach da wo sie sind, auch mein häufiges Mundausspülen hilft nicht wirklich.

Auch der Zahnschmelz wurde durch Bestrahlung massiv angegriffen! Durch diese beiden Faktoren entsand bei mir die sogenannte Strahlenkaries. Die untere Zahnreihe sieht aus, als ob ich den ganzen Tag nur Körner futtere oder ständig mit den Zähnen knirsche, so abgerieben sind sie. Aus allen Anderen fallen nach und nach alle Blomben heraus oder sie zerbrechen, zerbröseln einfach. Das tut ganz schön weh…

Erst hieß es man könnte sie überkronen. Doch dann musste ich der Wahrheit ins Auge blicken: Alle Zähne müssen raus! Sie sind auf Dauer nicht zu retten!

Eine weitere Folge oder vielmehr Risiko der Bestrahlung ist die Gefahr, dass der Kieferknochen bei einem Inefekt einfach absterben und zerfallen könnte. Deshalb muss ein solcher Eingriff unter einer massiven Gabe von Antibiotika erfolgen. Deshalb muss ich auch für eine ganze Woche ins Krankenhaus, drei Tage vor und drei Tage nach dem Eingriff bekomme ich dreimal täglich intravenös Antibiotika. Die OP erfolgt natürlich (!) in Vollnarkose!

Über meine Erfahrungen im Krankenhaus mit den Ärzten, den pflegerischen Kollegen und den Mitpatienten werde ich noch einmal an anderer Stelle berichten!

Nun bin ein zahnloser Opa!

“Nur” ein Kontroll-CT…

Gestern war ich zum Kontroll-CT des Halses. Dazu sollte auch ein Röntgenbild der Lunge gemacht werden, ob sich dort nicht doch eine Metastase eingeschlichen hat. Nach dem Röntgen wurde dann auch noch ein CT der Lunge gemacht, wieder einmal ohne mir ein Wort der Erklärung zukommen zu lassen ;-(. Jaja, die lieben Ärzte, warum sollten sie auch mit ihren Patienten reden…

Heute in der Besprechung mit der Strahlentherapeutin habe ich dann auch die Erklärung für diese Maßnahme bekommen. Und es kam, wie ich es schon befürchtet hatte. Im Röntgenbild der Lunge hat der Radiologe einen kleinen “Rundherd” entdeckt. Welch Euphemismus! Welch schönes Wort für den Verdacht auf eine Metastase oder gar einen neuen Tumor!

Die Strahlentherapeutin (Frau Dr. Staar am Klinkium Bremen Mitte; An dieser Stelle ein Riesenlob für ihre hervorragende Arbeit und ihre Geduld, alles mit mir zu besprechen!) hat sich sofort um einen Termin beim Thoraxchirugen gekümmert. Das CT vom Hals war wie alle vorherigen völlig ohne Befund, d. h. es ist alles in wunderbarer Ordnung, keine Schwellungen, keine veränderten Lymphknoten und da wo einmal der hühnerei-große Tumor war ist jetzt nur noch etwas Narbengewebe!

Da ich mir so etwas ja schon gedacht hatte, war der Schock nicht sooo groß…. Eigentlich erstaunlich, aber der vorherrschende Gedanke war: “Ich hab schon sooo viel durchgemacht, da schaff ich das auch noch!”

Unser neues Familienmitglied

bento.jpg Das ist Bento!

Seit dem 26.06. haben wir einen neuen Weggefährten!

Ich bin ja nun dabei meine schwachen Muskeln etwas wieder aufzubauen und möchte viel spazieren gehen. Und was gibt es da besseres als einen Hund?

Unser Bento ist ungefähr so groß wie ein Golden Retriever. Er ist ein Mischling zwischen einem Briard (einem französischen Hütehund) und einem deutschen Schäferhund. Er wurde am 01.06.2006 geboren. Seine Vorbesitzer mussten ihn umständehalber abgeben. Sie haben bei seiner Erziehung schon eine tolle Vorarbeit geleistet! Er hört (fast! ;-) ) immer aufs Wort.

Ich laufe mit ihm täglich zwei bis drei Stunden… Und meine Kräfte werden von Mal zu Mal mehr! Da dies ein Nachtrag ist kann ich sagen, dass ich mittlerweile auch mit ihm Fahrrad fahre und alles wundervoll mit klappt! Bento ist ein richtiger Familenhund geworden!

Das ist das Beste was ich in meiner “Rekonvaleszenz” tun konnte!

Ein Bild von der “eisernen” Maske

Die eiserne Maske!

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