Archive für März 2008

Bald kommt die Chemo…

Gestern war ich im Klinikum Bremen-Ost, um die Chemotherapie zu besprechen.

Zu erst einmal die Fakten: Ab dem 28.04.08 werde ich vier Zyklen Chemo-Therapie erhalten. Ein Zyklus dauert drei Wochen, also am ersten Tag Chemo, am achten Tag Chemo und am 15. Tag Pause. Der nächste Zyklus beginnt dann dann am 22. Tag… Die ganze Therepie wird also voraussichtlich bis Mitte/Ende Juli dauern… Im Anschluß daran kommt dann noch die Bestrahlung.

Leider bin ich dann mal wieder an einen Arzt geraten, der mal wieder sensibel wie ein Stein war… “Wir versuchen das jetzt ja mal kurativ…”, “Die Fünf-Jahres-Überlebensrate ist ja nur 30%, aber mit der Chemo wollen wir Ihre Aussichten verbessern…”. “Wenn es doch eine Metastase gewesen wäre, würden wir Sie jetzt nur palliativ behandeln…” [palliativ bedeutet: keine Aussicht auf Heilung, sondern nur Linderung und Verlängerung des Lebens…]

Ich bin absolut dafür, offen und ohne irgendwelche Beschönigungen mit dem Krebs umzugehen, aber… Ich hab mal einen Spruch gehört, den ich hier sehr passend finde:

“Man soll dem anderen die Wahrheit wie einen warmen Mantel hinhalten und nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen!”

P.S.: Die AHB wurde um eine Woche verschoben!

Frohe Ostern 2008 im Schnee…

Grüne Weihnachten und weiße Ostern, ist das nicht ver-rückt im wahrsten Sinne des Wortes?

Mir geht es langsam immer besser. Der Op-Wunden-Bereich ist gut abgeschwollen und das große Hämatom (Bluterguß) geht langsam immer weiter zurück. Die durchtrennte Rippe schmerzt nur noch bei “stärkeren” Bewegungen… Das blödeste ist immer noch das Husten, da schmerzt es besonders unterm Brustbein, aber auch das wird langsam besser.

Als weitere Therapie werde ich eine Chemotherapie und auch noch Bestrahlung erhalten. Wie und in welchem Umfang die Chemotherapie ausfallen wird, werde ich erst noch am Dienstag erfahren. Ich hatte zwar gehofft, dass nun endlöich alles durchgestanden ist, aber das war wohl nix…

Am Mittwoch werde ich für drei Wochen zur Anschlußheilbehandlung nach Bad Sooden-Allendorf fahren. Erst hatte ich zwar überlegt, erst nach Chemo und Bestrahlung zu fahren. Aber ich habe gemerkt, dass ich nicht sehr viele Reserven mehr habe. Die “Nachwehen” der OP haben mich gleich wieder ein ganzes Stück zurück geworfen. Da ist es bestimmt sinnvoll vor der Chemo und Bestrahlung noch einmal möglichst viel Energie zu “tanken”…

In Bad Sooden-Allendorf gibt es eine Art “Internet-Café”, so dass ich euch noch weiter mit Informationen versorgen kann… ;-)

Ich bin wieder Zuhause!

Sieben Tage nach der OP wurde ich heute entlassen!

Ich wollte erst nur einen Text für die ganze Zeit im Krankenhaus schreiben. Als ich aber merkte wieviel ich zu erzählen habe, mache ich es “häppchenweise” jeden Tag ein bißchen… ;-)

Der 3. Tag

Seit drei Uhr bin ich wach… Die Nachtschwester hat mir noch mal Tropfen gegen die Schmerzen gebracht. Doch auch trotz der Tramal und Diclofenac (recht starke Schmerzmittel) am Morgen, wurden die Schmerzen immer schlimmer.Ich konnte nicht mehr unterscheiden ob es der zwanzig Zentimeter lange Schnitt, die durchtrennte Rippe oder der letzte Drain war, was diese Schmerzen verursachte. Bei der Visite gegen halb neun hätte ich heulen können. Der Oberarzt ordnete an, dass ich Rückenmarksnahe Depotinjektionen bekommen sollte. Dabei werden einige Milliliter eine Betäubungsmittels (ähnlich dem beim Zahnarzt) rund um die Aus- bzw. Eintrittsgebiete von Nervenbahnennahe des Rückenmarks gespritzt umd diese Nervenbahnen zu blockieren.

Das Einstechen in die Haut merkt man fast gar nicht, aber der Druck, wenn dieses Betäubungsmittel hineingespritzt wird, ist fast nicht auszuhalten. Bei mir wurde insgesamt fünf Mal punktiert, da ich nicht genau sagen konnte, woher diese Schmerzen kamen. Diese Schmerzen beim hineinspritzen waren aber absoluter “Kleinkram” im Verhältnis zu den Schmerzen an meiner linken Seite.

Die Schmerzen wurden langsam etwas besser… Ich schwitzte so sehr, dass meine Beine, dort wo ich meine Arme abgstützt hatte, ganz nass waren.. (Bei der Injektion muss man mit einem Rundbuckel sitzen) Mein Atem ging stoßweise und dann wurde mir auch noch schummrig vor den Augen… Na Klasse! Nach einer dreiviertel Stunde hatte sich mein Kreislauf dann ganz gut erholt, aber ich war natürlich fix und alle…

Die Pflegekräfte habe mir dann sehr fürsorglich durch den Tag geholfen. Ich habe sogar ein sehr angenehmes Fussbad erhalten! Vielen Dank noch mal dafür! Im weiteren Verlauf des Tages waren die Schmerzen erträglich.

Der 2. Tag nach der OP

Der Freitag verlief im Ganzen unspektakulär.

Am Morgen wurden zwei derDrainagen gezogen. Der Moment des Ziehens ist recht schmerzhaft, aber auch recht schnell vorbei…

Die Schmerzmittel in Form von Tabletten wirkten bei mir leider nicht halb so gut wie der PDA-Katheter. Gegen nachmittag fingen die Schmerzen an…

1. Tag nach der OP

Der erste Tag war eigentlich richtig Klasse! Die Schmerzen hielten sich in erträglichen Grenzen. Ich konnte mit Unterstützung recht gut aufstehen, zur Toilette gehen und mich waschen.

Der einzige Nachteil am Aufstehen war, dass der PDA-Katheter wohl durch meine Wirbelkörper beim Aufstehen abgeknickt wurde. Es gab immer wieder Alarm, sobald ich das Bett verliess, so wurde der Katheter schließlich am Nachmittag gezogen und ich bekam meine Schmezmittel nun fortan in Tablettenform.

Am Abend kam mich noch meine Schwester besuchen und sie war sehr erstaunt und erfreut, dass es mir soo gut ging…

Der Tag der OP…

Gleich morgens bin ich noch mal duschen gegangen und habe dann gegen sieben Uhr meine Praemedikation bekommen, die Tablette die einen so schön entspannt in den OP fahren lässt. Erst dachte ich, dass ich gar nicht so viel davon merken würde. Aber ich habe dann noch ein Telefonat geführt, und (Sorry, Torsten!) ich kann mich an nicht ein einziges Wort davon erinnern…

Gegen zehn Uhr ging es dann los. Von den Anästhesisten habe ich erst einmal den PDA-Katheter gelegt bekommen. Das ist ein Schlauch der Rückenmarksnahe eingelegt wird, um bestimmte Nervenbahnen zu blockieren. Die meisten kennen ihn von Geburten um die Schmerzen der Geburt erträglicher zu machen. Bei mir sollte er die Schmerzen im Brustkorb dämpfen..

Gegen halb sieben wurde ich wieder wach. Sanja war bei mir und das hat mich super gefreut! Der Thoraxchirurg kam und erzählte, sie hätten erfolgreich einen Teil des linken Oberlappens entfernt (2/5 wie ich später hörte.) und die Lymphknoten unter dem Brustbein fast alle wegbekommen, was wohl nicht ganz einfach war…

Gegen sieben war ich dann wieder auf der Station. Aus meiner linken Seite ragten drei Schläuche, die Wundsekret, Blut und Luft aus dem OP-Gebiet saugen sollten. Dafür war an zweien eine Saugpumpe angeschlossen worden. Als eine davon nach dem Transport auf die Station wieder eingeschaltet wurde, bekam ich unsägliche Schmerzen. Nach einiger Zeit wurde dann ein Röntgenbild auf der Station gemacht und ein Chirurg kam und hat den Drain ein Stückchen herausgezogen, er lag nicht richtig. Danach wurden die Schmerzen erträglicher.
Schwierig war jede Bewegung, mal eben auf den Nachttisch langen, um die Klingel zu erreichen, war ein Höllenakt! Liegen konnte ich natürlich nur auf dem Rücken, dabei schlaf ich doch so gern auf der Seite…

Ist das Leben nicht manchmal gemein?

Mein OP-Termin wurde nun schon wieder verschoben! Das dritte Mal!!!

Dies mal aber nicht von den Ärzten, sondern weil morgen das OP-Personal streikt!

Also nochmal einen Tag warten, aber am Mittwoch gaaanz bestimmt! Das glaub ich erst, wenn ich auf dem OP-Tisch selig einschlummere…

Sollte es nun endlich klappen?

Nun mache ich den dritten Anlauf! Morgen am Montag gehe ich ins Krankenhaus und soll dann am Dienstag operiert werden! Es wird der linke Oberlappen entfernt und die Lymphknoten unter dem Brustbein entfernt. Wie ihr seht, haben sich die Ärzte für die chirurgische Lösung entschieden. Das heißt keine Chemo, keine Bestrahlung. Einmal operieren und dann ist es “erledigt”…

Schiß habe ich schon… Ist doch eine ganz schön heftige OP. Drückt mir bitte alle die Daumen , dass es gut geht!!

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