Geduld ist, wenn man trotzdem wartet

Auch wenn es mir schwer fällt, und die Ungeduld ganz fürchterlich an mir nagt, will ich an dieser Stelle mal eine Lanze für die Ärzte, zumindest für die Bremer Ärzte brechen!

Ich kannte es nicht anders, da ich ja auch selber aus der Pflege komme, dass die Disziplinen untereinander sich nicht sehr grün sind und so etwas wie Absprachen oder gar gemeinsames Vorgehen in den Bereich von Märchen und Fabeln gehörten. Das scheint wirklich Vergangenheit zu sein!

Bei mir ist der Ausgangspunkt nun eine kleiner Rundherd in der Lunge und dazu ist nun ein Lymphknoten hinterm Brustbein vergrößert. Eigentlich ein Festmahl für einen Chirurgen, hier Thoraxchirurgen. Aber nein! Zwar wurde mir mitgeteilt, dass es sein kann, dass sie mir einen Lungenlappen entfernen, sollte sich herausstellen, dass es keine Metastase sondern ein eigenständiger Tumor ist. Nach langer Diskussion in der Tumorkonferenz einigten sich die Ärzte darauf, erst einmal den Lymphknoten näher zu untersuchen, ob der denn tatsächlich befallen sei, denn für eine Vergößerung könnte es schließlich noch tausend andere Ursachen geben!
Erst soll der Pathologe unter dem Mikroskop entscheiden was den Lymphknoten dazu bewegt hat anzuschwellen, erst dann wird das weitere Vorgehen diskuttiert! Und zwar wieder nicht allein die Chirurgen, sondern wiederum in der Tumorkonferenz!

Ein Teil in mir sagt: Schon wieder warten! Ich will jetzt wissen, was los ist! Aber ein anderer viel größerer und vor allem vernünftigerer sagt: Gott sei Dank holen sie nicht gleich das Messer raus und schnippeln mir ein Viertel meiner Lunge weg, sondern überlegen gemeinsam (!) welche Therapie für mich und meine Situation die sinnvollste ist! Das stärkt mein Vertrauen in diese Ärzte ungemein!

In der Konsequenz bedeutet dies, dass ich euch erst am Donnerstag berichten kann, ob der Lymphknoten befallen ist oder nicht! Also: wieder einmal Geduld haben!

Für diejenigen die noch wissen wollen was genau gemacht worden: Bei mir wurde eine Mediastinoskopie durgeführt. In der Schlüsselbeingrube, unterhalb des Kehlkopfes wurde ein ca 2 cm langer Schnitt gesetzt. Durch diesen wurde ein starres Endoskop eingeführt, ein Rohr mit Licht und Kamera. Die Ärzte haben sich hier bis zur Bifurkation vorgearbeitet. Das ist der Bereich in dem sich die Luftröhre zu den beiden Lungenflügeln gabelt. Hier sitzen die für die Lunge “zuständigen” Lymphknoten. Es wurde dann rund um diesen Bereich an fünf Positionen lymphatisches Gewebe entnommen und zum Pathologen geschickt. Mit drei Stichen wurde die kleine Wunde vernäht. Am Freitag wurde dieser Eingriff bei mir durchgeführt, Freitag abend brauchte ich einmalig etwas Paracetamol gegen die Schmerzen beim Schlucken. Gestern war ich noch etwas in meiner Beweglichkeit eingeschränkt, wie mit einem steifen Hals. Heute am Sonntag merke ich kaum noch etwas von dem Eingriff!

P.S. Das MRT von Leber und Hirn waren ohne ein negatives Ergebnis! Ich hab es jetzt schriftlich! Ich hab nix im Hirn!

2 Antworten auf “Geduld ist, wenn man trotzdem wartet”

  1. Steph sagt:

    Hallo Rolf und Sanja,

    ich gratuliere Euch zu einer so tollen Nachricht! Habt weiter Geduld - ich drücke Euch die Daumen für Donnerstag und hoffe, im Forum darüber zu lesen…

    L.G.Steph

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